Finanzen

Wo bekommt man am besten günstige Kredite?

25/11/2016 - By admin

Die Sache ist klar: Wenn man schon Geld ausleihen muss, dann will man zusehen, dass man möglichst günstige Kredite bekommt. Doch wer bietet schon günstige Kredite an, wenn man bedenkt, dass die Kreditgeber natürlich auch ihr Scherflein verdienen wollen. Gibt es günstige Kredite oder bezahlt man überall einfach viel mehr, als die ganze Sache wert ist?

Von ihrer Natur her sind Genossenschaftsbanken eigentlich die ideale Adresse für günstige Kredite. Denn Genossenschaftsbanken wurden ursprünglich gegründet, um ihren Mitgliedern, damals hauptsächlich Bauern und Kleinunternehmer ebendieses anzubieten: günstige Kredite. Doch ist dies immer noch der Fall? Tatsache ist, dass Genossenschaftsbanken auch heute noch diesen Zweck erfüllen sollen. Die Genossenschaftsbanken haben ihren Geschäftsbereich ziemlich erweitert, doch aufgrund recht vorsichtiger oder sagen wir konservativer Investitions- und Kreditpolitik sind sie heute wahre Schatzkisten für ihre Mitglieder oder/und ihre Kunden. Denn während ein Großteil der privaten Banken während der letzten Krise mächtig geschüttelt wurden und teilweise sogar ganz von der Bildfläche verschwunden bzw. dank freundlicher Übernahmen anderer Unternehmen heute unter anderem Namen erscheinen, haben sich die Genossenschaftsbanken gemütlich zurückgelehnt und der Dinge geharrt, die da kommen sollten, sprich, eine weltweite Finanzkrise. Und aufgrund dieser bedachten Haltung können sie eben auch jetzt noch günstige Kredite anbieten. Doch hier, wie bei allem, sollte man immer noch abwägen, und die Angebote prüfen, denn nicht jede Genossenschaftsbank ist wie die nächste. Auch wenn sie in der Regel immer noch einen Punkt unter den Zinssätzen der großen privaten Kreditbanken liegen.

Günstige Kredite – immer abwägen und Angebote einholen

Die Genossenschaftsbanken fingen alle einmal als kleine regionale Banken an. Viele davon gibt es heute nicht mehr, andere sehen wir heute noch in großer und sehr mächtiger Form in der Bankenlandschaft. Ursprünglich gegründet, damit die Bauern, Kleinunternehmer und Handwerker sich gegenseitig unterstützen konnten, was ein sehr löbliches Ziel war, haben viele von ihnen leider den Zahn der Zeit nicht überlebt. Wirtschaftskrisen, Gentrifizierung, regionale Krisen, all dies hat eine ganze Reihe solcher Kleinbanken ihre Existenz gekostet. Die Überlebenden wurden stärker, die Mitgliederzahl größer, das Angebot vielfältiger. Doch im späten 18. Jahrhundert gab es noch kein Internet, das Angebot beschränkte sich auf die regionale Nachfrage und es handelte sich bei diesen Kleinbanken um reine Kreditunionen. Auch diese wurden natürlich von Privatleuten gegründet, doch sollten sie tatsächlich einen gemeinnützigen Zweck erfüllen. Die Gründer waren Landesherren oder wohlhabende Privatleute, die sich einem wohltätigen Zweck zuwenden wollten. Man wollte günstige Kredite an die Mitglieder ausgeben, damit die Kleinunternehmer nicht in Zeiten von Krise untergingen oder die Möglichkeit hatten, ihr Geschäft auszubauen.

In den ländlicheren Bereichen existierte sogar so etwas wie eine Viehleihkasse, eine ganz andere Form von Anleihe, und in diesen ländlichen Regionen wurden Vereinskassen gegründet, welche darauf basierten, dass Überschüsse zur Unterstützung der ärmeren Mitglieder genutzt wurden. In den Städten sah es ein wenig anders aus. Hier wurden kaufmännische Banken gegründet, und die Handwerker, als eigenes Völkchen, gründeten eigene Handwerkerkassen. Der gemeinsame Spartopf, wie man ihn aus der Stammkneipe kennt, bei denen man für den gemeinsamen Kegelurlaub spart, beruht auf dem gleichen Prinzip wie die Zwecksparvereine, wo Arbeiter damals regelmäßig Bares zurücklegten, um für die Wintereinkäufe zu sparen. Gruppenzwang zum Sparen. Das Prinzip war zwar toll, und es hat sicher so manch einen im Winter vor Hunger und Kälte bewahrt, doch so richtig gehalten hat es sich nicht. Wir leben heute auf individueller Basis, Gemeinschaften oder gar Gemeinschaftssparen findet man heute eher selten.

Mag sein, dass Wohltätigkeit einfach nicht wirklich eine Tugend des Menschen ist, vielleicht lag es auch an schlechter Planung oder Organisation, doch viele dieser Genossenschaften die damals ins Leben gerufen wurden, waren nur von kurzer Dauer, ein langes Leben war ihnen nicht beschert. Es gibt einige wenige Ausnahmen, die aus solchen Zusammenschlüssen entstanden sind, und tatsächlich heute noch aktiv sind, und dies sogar erfolgreich. Unsere Genossenschaftsbanken, oder einige von ihnen, rühren noch aus dieser Zeit her. Die Volksbank im Harz ist eine davon, eine andere die Volksbank Hohenlohe. Auch Raiffeisen stammt aus alter Zeit. Mitte des 19. Jahrhunderts suchte auch ein Friedrich Raiffeisen nach einer Möglichkeit, günstige Kredite vergeben zu können, und insgesamt die Situation der weniger vom Glück beschenkten Bevölkerung zu verbessern. Hilfe zur Selbsthilfe war der Leitspruch und so wurde Raiffeisen einer der Gründerväter dessen, was wir heute als Genossenschaftsbanken betrachten. Bleibt immer zu hoffen, dass dort weiterhin günstige Kredite vergeben werden können.

Hier noch ein Video zum Thema

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